Leben in Lindhagen

Was Blattläuse dem Gärtner verraten

Nachdem ich mit meiner „Schneckenthese“ vom März 2017 keinen Shitstorm losgetreten habe, traue ich mich mal mit einer neuen These fragend ans Licht.

Vorgeschichte

 

Zusammengebrochener Klarapfelbaum

Vor vier oder fünf Jahren brach ein alter Klarapfelbaum hier im Obstgarten durch einen Sturm zusammen. Mit der Säge haben wir ihn von unrettbar verlorenen Baumteilen befreit und nur einen Stammteil, mit Holzstützen aufwändig gestützt, zum Weiterleben bewogen. Hintergedanke dabei: Vielleicht schafft er es noch Edelreiser zum Veredeln (kopulieren auf Wurzelunterlagen) zu bilden, dann haben wir wenigstens die hiesige alte Sorte erhalten.

Östlich hinter Hochwald steht im Obstgarten ein alter Birnbaum, der noch nie genußreife Früchte trug und jedes Jahr vom Birnengitterrost heimgesucht wird.

Mein Vater brachte Mitte Mai diesen Jahres aus Deutschland beblätterte

verlauste Kirschenunterlagen

Verlauste Kirschenunterlagen

Wurzelunterlagen von Kirschen mit. Während der Fahrt hierher war es schon sehr warm, so dass die Bäumchen trotz vorherigem Wässern unter der Plane seines Pkw-Anhängers arg gelitten hatten und halb vertrocknet hier ankamen. Jetzt, Anfang Juli, sieht man immer noch an Trieben mit trockenen Blättern diesen Schaden.

Mit der selben Fahrt brachte er auch zwei im Frühjahr von ihm veredelte Apfelbäumchen (Holsteiner Cox und Finkenwerder Prinzenapfel, beide auf M7-Wurzelunterlagen) mit, die sehr vital schon neue Triebe gebildet und die Fahrt hervorragend gut überstanden hatten.

veredelter Apfelbaum

Vitaler, veredelter Apfelbaum

 

Bleiben wir bei Obstbäumen, obwohl meine Beobachtung auch für Schwarzen Holunder und Hundsrose gilt. Also, östlich des großen Hauses stehen zwei Mirabellenbäumchen, die wir mal beim Discounter in Deutschland kauften. Die beiden haben in diesem Jahr, nur so strotzend vor Vitalität, bis zu 60 cm lange neue Triebe gebildet.

Nun zu meiner Beobachtung

 

Die Triebe im Klarapfelbaum, die als Edelreiser geplant sind, sahen bis zum Frühsommer alle gut aus. Im Moment sind nur noch drei frei von Läusen. Den Birnbaum, vom Stammfuß bis soweit wir hinaufreichen können, mit Brennnesselbrühe zu benetzen, haben wir mittlerweile aufgegeben, da wir gegen die Ameisenflut nicht ankommen. Die Kirschenunterlagen sind an den Triebspitzen mit Blattläusen „verseucht“.

Völlig frei von Läusen und frei von Ameisen sind dagegen die beiden im Frühjahr veredelten Apfelbäumchen, die in ihrem Beet teilweise in die befallenen Kirschenunterlagen hineingewachsen sind und die sehr vitalen Mirabellenbäumchen.

Quintessenz

Kann es sein, dass die Ameisen ihre Melk-Kühe, pardon ihre Blattläuse, nur an Pflanzen setzen, die sehr geschwächt sind und sowieso keine Überlebenschance haben?

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